Die isländische Regierung veröffentlicht abgeschwächten Entwurf für das Aquakulturgesetz und eröffnet Zeitfenster für öffentliche Konsultation.

Die isländische Regierung veröffentlicht abgeschwächten Entwurf für das Aquakulturgesetz und eröffnet Zeitfenster für öffentliche Konsultation.
21.
Januar 2026
Amsterdam, Niederlande

Am 22. Dezember veröffentlichte die isländische Regierung einen überarbeiteten Entwurf für ein Aquakulturgesetz. Umweltverbände, Rechtsexperten und Gemeinschaftsorganisationen haben Bedenken geäußert, dass der Vorschlag zu schwach ist, die Interessen der Industrie stark begünstigt und die Umweltauswirkungen der Lachszucht in offenen Netzen nicht berücksichtigt. Der Entwurf entspricht weitgehend der Gesetzgebung, die im Frühjahr 2024 aufgrund erheblichen Drucks seitens der Öffentlichkeit und von Nichtregierungsorganisationen gestoppt wurde.

Der Vorschlag steht nun bis zum 26. Januar zur öffentlichen Konsultation. Danach wird er im Februar und März überarbeitet und könnte im Laufe des Frühjahrs seine endgültige Form erhalten.

Zu den wichtigsten Bedenken von Nichtregierungsorganisationen und Expert:innen gehören:

  • Keine schrittweise Abschaffung der Lachszucht in offenen Netzen und kein Weg zu nachhaltigen Alternativen
  • Strafen beschränken sich auf Geldbußen ohne sinnvolle Produktionsbeschränkungen oder Durchsetzungsmechanismen
  • Keine verbindlichen ökologischen Risikobewertungen und keine klaren Grenzwerte für Seeläuse oder Fischsterblichkeit
  • Einführung von handelbaren Quoten und Lizenzrechten, die künftige Regierungen Rechtsstreitigkeiten aussetzen könnten
  • Anhaltende Nichteinhaltung der vor 14 Jahren verabschiedeten EU-Wasserrahmenrichtlinie
     

Kritiker warnen, dass die Gesetzgebung die Wildlachspopulationen und Küstenökosysteme schädigen und gleichzeitig den Ruf Islands als Land mit einer starken Umweltpolitik untergraben könnte, die eine wichtige Säule seiner Kultur- und Tourismuswirtschaft darstellt.

Trotz starker öffentlicher Opposition gegen die Lachszucht in offenen Netzen in Island haben sich veränderte politische und wirtschaftliche Dynamiken die Wirksamkeit des alleinigen Drucks aus dem Inland verringert. Internationale Kontrolle war in der Vergangenheit ein entscheidender Faktor und bleibt auch in der aktuellen Konsultationsphase ein wichtiger Hebel.


Öffentliche Konsultation und Stellungnahmen
Die Konsultationsphase läuft bis zum 26. Januar. Es wurde eine Website für die Kampagne einer Nichtregierungsorganisation eingerichtet, um sowohl isländischen Bürgern als auch internationalen Interessengruppen die Einreichung von Stellungnahmen im Rahmen des offiziellen Konsultationsprozesses der Regierung zu erleichtern:
https://www.letsundothis.com/aquaculture-bill

Die parlamentarische Debatte wird voraussichtlich im Februar folgen.


Hinweise für Redaktionen:

Bei Interesse an einem Interview/ persönlichen Austausch steht Jón Kaldal zur Verfügung.
Jón ist Stratege und Sprecher der gemeinnützigen Basisorganisation Icelandic Wildlife Fund (IWF*). Er war 25 Jahre lang Herausgeber isländischer Publikationen und setzt sich weiterhin mit seiner Stimme für Islands Wildtiere und natürliche Ressourcen ein, darunter auch den wilden Atlantischen Lachs. 

*Informationen zum Icelandic Wildlife Fund (IWF)
Der Icelandic Wildlife Fund konzentriert sich auf den Schutz und Erhaltung der Umwelt, einschließlich des Schutzes der wilden isländischen Salmoniden, der Bestände von Wildlachs, des Seesaiblings, der Meerforelle und anderer wilder Süßwasserfische in isländischen Flüssen und Seen. Der IWF ist eine gemeinnützige Grassroots-Organisation, die sich durch Spenden von Einzelpersonen und Unternehmen sowie privaten und öffentlichen Institutionen finanziert.

Weitere Presseinformationen zu dieser Theamtik finden Sie unter diesen Links:
Patagonia beleuchtet die Umweltauswirkungen von Lachszucht (Februar 2024)
Mehrheit der Isländer:innen lehnt Lachszucht ab, während die Industrie unkontrolliert wächst.

Der Patagonia Film "Laxaþjóð - A Salmon Nation" steht hier zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Gesetzentwurf finden Sie hier: https://island.is/samradsgatt/mal/4137
 

Patagonia

Ansprechpartner

  • Stephanie Bartl
  • Stefanie von Bentzel
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